Diagnose und Behandlung

Engpasssyndrome peripherer Nerven
Periphere Nerven verlaufen außerhalb von Gehirn und Rückenmark und verbinden das zentrale Nervensystem unter anderem mit Muskeln und Haut. Werden sie an anatomisch engen Stellen dauerhaft gereizt oder eingeengt, spricht man von einem Nervenengpasssyndrom. Häufige Beispiele sind das Karpaltunnelsyndrom und das Sulcus-ulnaris-Syndrom.
Mögliche Beschwerden sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen und eine nachlassende Muskelkraft. In meiner Fachpraxis führe ich die neurochirurgische Untersuchung durch, beurteile vorhandene Befunde und berate Sie zu den konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Ist ein Eingriff erforderlich, überweise ich Sie derzeit gezielt zur operativen Behandlung.
Bitte beachten Sie: Elektrophysiologische Untersuchungen wie EMG und NLG werden in meiner Praxis nicht durchgeführt. Sind diese zur weiteren Abklärung erforderlich, lassen Sie sie bitte vor Ihrem Termin extern durchführen. Bereits vorhandene Untersuchungsbefunde bringen Sie bitte zum Termin mit.
Ursachen und Verlauf von Nervenengpasssyndromen
An anatomisch engen Stellen verfügen periphere Nerven nur über wenig Raum. Schwellungen des umliegenden Gewebes, wiederholte Belastungen, Verletzungen, Vernarbungen oder verschleißbedingte Veränderungen können deshalb zu einer Einengung führen. Auch Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Veränderungen und Wassereinlagerungen – beispielsweise während einer Schwangerschaft – können ein Nervenengpasssyndrom begünstigen. Manchmal lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.
Anfangs treten häufig nur zeitweise Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen auf. Bei länger bestehendem Druck kann der Nerv zunehmend geschädigt werden, sodass eine Muskelschwäche oder ein Muskelabbau entstehen kann. Eine rechtzeitige neurochirurgische Abklärung ist daher sinnvoll.
Tarsaltunnelsyndrom
Beim Tarsaltunnelsyndrom ist der Tibialisnerv im Bereich hinter dem Innenknöchel eingeengt. Typisch sind brennende Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle an der Fußsohle, der Ferse oder den Zehen. Die Beschwerden können insbesondere beim längeren Stehen oder Gehen zunehmen.
Meralgia paraesthetica
Bei der Meralgia paraesthetica wird der rein sensible äußere Oberschenkelhautnerv im Bereich des Leistenbandes eingeengt. Dies führt zu brennenden Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen an der vorderen Außenseite des Oberschenkels. Eine Muskelschwäche tritt dabei nicht auf.
Loge-de-Guyon-Syndrom
Beim Loge-de-Guyon-Syndrom ist der Ulnarisnerv im Bereich des Handgelenks eingeengt. Häufige Ursachen sind ein wiederholter Druck auf den Handballen, beispielsweise beim Radfahren, oder eine Raumforderung wie ein Ganglion.
Mögliche Beschwerden sind Kribbeln und Taubheitsgefühle am Kleinfinger und an der kleinfingerseitigen Hälfte des Ringfingers. Abhängig von der genauen Lage der Einengung kann zusätzlich eine Schwäche der Hand- und Fingermuskulatur auftreten. Da ähnliche Beschwerden auch bei einer Einengung des Ulnarisnervs am Ellenbogen entstehen können, ist eine genaue diagnostische Abgrenzung wichtig.
Periphere Nervenengpasssyndrome
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach dem betroffenen Nerv, der Dauer und Stärke der Beschwerden sowie dem klinischen und elektrophysiologischen Befund. Bei leichteren Beschwerden können zunächst konservative Maßnahmen wie die Vermeidung belastender Bewegungen, eine Lagerungsschiene, Medikamente sowie physio- oder ergotherapeutische Behandlungen sinnvoll sein.
Bei entsprechender Indikation biete ich in meiner Fachpraxis außerdem gezielte ultraschallgestützte und strahlenfreie Infiltrationen im Bereich des betroffenen Nervs an.
Eine operative Entlastung kann erforderlich werden, wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung fortbestehen, die Muskelkraft nachlässt oder eine zunehmende Nervenschädigung nachgewiesen wird.
Ich führe die neurochirurgische Untersuchung durch, veranlasse bei Bedarf die weiterführende Diagnostik und bespreche mit Ihnen ausführlich die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten. Ist eine Operation notwendig, überweise ich Sie derzeit gezielt zur operativen Versorgung und übernehme anschließend gerne die neurochirurgische Nachsorge.